Am imposanten, zyklopisch anmutenden Eingang zum Westweg stimmte Wanderführer Klemens Doll die Wandernden auf die Tour ein
Sonntag, 6. Juli 2025
Startpunkt zu dieser abwechslungs- und aussichtsreichen Wandertour war beim Gasthaus Wilhelmshöhe. Wanderführer Klemens Doll stimmte die 14 Wanderer auf die 12 km lange Tour am imposanten, zyklopisch anmutenden Eingang zum Westweg ein. Auf einem Holzbohlenweg ging es durch lichten Wald mit mächtigen Bäumen, riesigen Findlingssteinen (wer hat die denn in den Wald und auf die Felder geschleppt?), mit moosigem Boden, dann auch über freie Flächen mit schönen Aussichten auf die umliegenden Berge und hinunter ins Tal nach Schonach.
Dann war der Blindensee erreicht, der auf der Gemarkung Schönwlad liegt. Der See ist ein Hochmoorsee ohne Zu- und Abfluss, der vor rund 10.000 Jahren entstand. Namensgeber für den See war der im 18. Jahrhundert lebende, erblindete Bauer des Hofguts „Blindenhof“. Der malerisch gelegene See lud zu einer ersten, kurzen Rast ein.
Auf dem Weg durch das 1960 ausgewiesene Naturschutzgebiet gab es viel zu sehen. Im Wald waren es Pilze, auf den offenen Flächen wuchsen Orchideen, Wollgras, Malven, Kartäusernelken, Wiesensalbei, ganze Teppiche von Weidenröslein und vieles mehr.
Die Wanderstrecke führte weiter und bald war auch der Reinertonishof erreicht. In der Gaststätte konnten die verloren gegangenen Kalorien zumindest teilweise wieder ersetzt werden.
Weiter ging es zur Weißenbacher Höhe, dem mit 1.020 m höchsten Punkt der Wanderung. Die Wandergruppe nimmt Abschied von diesem Naturjuwel, wandert zurück zum Gasthaus Wilhelmshöhe und läßt bei Kaffee und Schwarzwälder Kirschtorte die 13 km lange Wanderung ausklingen.
Um den Blindensee ranken sich zahlreiche Sagen und Mythen
Eine der Sagen, der zufolge eine Kuh im Blindensee ertrunken und nach Wochen in der Donau wieder aufgetaucht ist, soll sogar zu einem (zwangsläufig vergeblichen) Versuch geführt haben, mittels Färbung des Seewassers eine Verbindung mit der Donau nachzuweisen.
Nach einer weiteren Sage soll ein Fuhrmann mitsamt Pferdegespann im Blindensee ertrunken und nie wieder aufgetaucht sein.
Text: Wolfgang Zillgith und Klemens Doll
Bilder: Wolfgang Zillgith


