So war’s: Geschichtlicher Herbst der Stadt Waldkirch 2025

Wanderung entlang des Urgrabens

Urgraben ab 1284 gebaut, um Wasserkraft für die Hebewerke zur Trockenlegung von Schächten und Stollen zu liefern

27. September 2025

Im Rahmen des Geschichtlichen Herbstes der Stadt Waldkirch wanderten fünf an diesem 22 km langen Hangkanal vom Ende des 13. Jahrhunderts Interessierte und ihr Tourenführer Dr. Andreas Haasis-Berner den Urgraben auf der Glottertaler Seite des Kandels entlang.

Von der Neuwelt bei Sägendobel aus ging es auf bzw. ein wenig ober- oder unterhalb des Urgrabens, meist auf schmalem Pfad oder weglos auf tiefgründig feuchtem Geläuf, über die Wasserscheide beim Rohrerhof, hinter der der Urgraben, vom Zweribach auf der Platte kommend, in die wildromantische Schlucht des Stecklebächle mit des Teufels Küche stürzte.

Später trafen wir auf den Glottertaler Entdeckerpfad, wo es auf Jägerpfad und Victor-von-Scheffel-Weg weiter bis zum ehemaligen Stollenloch am Luser ging. Hier wurde ein Teil des Urgraben-Wassers ins Suggental geleitet. An etlichen Bergbau-Relikten und der „Schwarzwaldklinik“ vorbei erreichten wir schließlich das Glottertaler Schwimmbad.

Unterwegs durften wir zahlreichen Ausführungen von Dr. Haasis-Berner zur Geschichte des Silber-Bergbaus im Glotter- und Suggental, zu Motivation und Technik für den Bau des Urgrabens lauschen und bekamen auf Fragen und Kommentare profunde Auskunft.

Der Urgraben wurde ab 1284 gebaut, um Wasserkraft für die Hebewerke zur Trockenlegung von Schächten und Stollen zu liefern. 1288 wurde das Suggentaler Bergwerk durch ein Unwetter geflutet und damit endete der Bergbau. Im Glottertal dauert der Bergbau noch bis 1297, als der elsässische Landvogt das Bergwerk aus Rache zerstörte.

Am Schwimmbad war das Zentrum des Glottertaler Bergbaus. Als kleine Anekdote wurde hier 2024, mit maßgeblicher Beteiligung unseres Tourenführers, ein Silberschatz von ca. 1500 Silbermünzen gehoben, die erst um 1320 geprägt wurden, also nach dem Ende des Bergbaus. Kann in Freiburg im Colombi-Schlössle besichtigt werden.

Wir danken Andreas Haasis-Berner für diese außergewöhnlich schöne und lehrreiche Wanderung.

Text: Martin Kleintges

Bilder: Klaus Gérard, Martin Kleintges