Ausblick unmöglich

Durch den Vereinsvorsitzenden Edwin Dreher (dritter von links) wurden Karl Alpers, Ottilia Glaser, Albert Bayer, Gisela Klem, Josef Jägle und Hugo Eisele (von links) geehrt. Foto: Helmut Rothermel

Schwarzwaldverein Waldkirch-Kandel blickte auf das Jahr 2019 zurück / Steigende Mitgliederzahl.

Das Wandern in heimischen Gefilden erlebt einen Aufschwung. Da ist es besonders wichtig, dass die Wanderwege gut gepflegt und markiert sind – eine Aufgabe, der sich der Schwarzwaldverein seit vielen Jahrzehnten widmet. Wie die örtlichen Wanderfreunde diese Aufgabe im letzten Jahr meisterten und welche weiteren Aktivitäten es im Vereinsleben gab, war Thema der jüngsten Mitgliederversammlung.

Der Vereinsvorsitzende Edwin Dreher begrüßte die rund 50 Teilnehmer der Versammlung im Foyer der Stadthalle. Auch wenn deutlich weniger Mitglieder als sonst gekommen seien, sei der Saal bei Beachtung der Abstandsregelungen doch voll besetzt. Beim Rückblick auf das Jahr 2019 werde deutlich, wie aktiv und vital der 137 Jahre alte Ortsverein ist. In den vergangenen fünf Jahren habe es eine deutliche Steigerung der Beitritte (2019: 26), aber auch einen Anstieg der Sterbefälle und vereinzelte Kündigungen gegeben. Insgesamt gebe es eine stabile Mitgliederentwicklung mit leicht positiver Tendenz. Zum Jahresende 2018 hatte der Verein 354 Mitglieder.

Für seine Verdienste um die Förderung des Wanderns, des Naturschutzes und der Heimatpflege erhielt der Ortsverein 2019 die Eichendorff-Plakette, die höchste staatliche Auszeichnung für Gebirgs- und Wandervereine. Diese Anerkennung sehe der Schwarzwaldverein als Ansporn für sein weiteres Engagement. Im Leben der Stadt Waldkirch sei der Ortsverein durch Teilnahme an gemeinsamen Aktionen wie dem "Stadtradeln" präsent. Man sei nicht nur ein Wanderverein, sondern ein anerkannter Naturschutzverband mit Mitwirkungsrechten bei Vorhaben wie dem Bau von Windkraftanlagen.

In diesem Zusammenhang appellierte Dreher an die Politik, für die Offenhaltung der Landschaft und die Erhaltung ökologisch wertvoller Flächen einzutreten. Dafür sei eine intakte Landwirtschaft nötig, der entsprechende Produktionsflächen für regionale Produkte zur Verfügung stehen müssten. Aktiver Naturschutz sei die Mitarbeit im Arbeitskreis "Respekt Wildtiere". Dabei geht es um Rücksichtnahme und verantwortungsvolles Verhalten in Wildtierlebensräumen, berichtete Vorstandsmitglied Ortgies Heider.

Der Verein tritt auch für eine Verbesserung der gegenseitigen Akzeptanz von Wanderern und Radfahrern ein und arbeitet seit einigen Jahren mit einer MTB-Gruppe zusammen, erläuterte Dreher. Für den Hausberg Kandel engagiere man sich bei der Erhaltung und Pflege ökologisch wertvoller Flächen und Schutzgebiete, der Besucherlenkung und -information sowie der Traditionspflege bei den Sonnwendfeuern. Vorschläge des Schwarzwaldvereins seien in das Konzept des geplanten Infopunktes auf dem Kandelgipfel eingeflossen. So soll es etwa Umkleidemöglichkeiten für Wanderer und Natursportler geben. Mit großem Interesse verfolge der Verein die Diskussion um den Bau einer Seilbahn von Waldkirch auf den Kandel. Als wichtig erachte man dabei insbesondere die Anbindung einer Seilbahn an den ÖPNV und eine damit einhergehende spürbare Reduzierung des Individualverkehrs. Mit großem Aufwand habe man sich auch im vergangenen Jahr um die Unterhaltung des 140 Kilometer langen Wegenetzes gekümmert. Bei 599 Arbeitsstunden wurden 937 Kilometer Fahrstrecke zurückgelegt.

Für den Fachbereich Wandern berichtete Wolfgang Zillgith über ein "vollgepacktes Jahr 2019". Es gab 82 Wanderungen und 25 sonstige Veranstaltungen wie Radtouren und kulturelle und naturkundliche Exkursionen. Bei den Wanderungen hätten 1666 Teilnehmer (ein Plus von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr) 15 011 Kilometer und 19 700 Höhenmeter bewältigt. Vorbereitet und betreut wurden die Touren von 19 Wanderführern. Die aktivsten Teilnehmer erwanderten Strecken von 200 bis fast 600 Kilometern. Auf beachtliche 260 Kilometer kam der 89-jährige Harry Pohley.

Einen Ausblick auf das Jahr 2021 könne er nicht geben, dies würde einem Stochern im Nebel gleichen, sagte Dreher. Aber man wolle, wie schon 2020, alle Möglichkeiten nutzen, um wieder ein attraktives Programm auf die Beine zu stellen.

Ehrungen: Für langjährige Mitgliedschaft geehrt wurden Roswitha Kury und Oliver Dormanns (je 25 Jahre), Brigitte Maier und Josef Jägle (je 40 Jahre), Hugo Eisele, Karl Alpers, Antje und Wolfgang Haak (je 50 Jahre) sowie Gisela Klem, Ottilia Glaser und Albert Bayer (je 60 Jahre). Wolfgang Haak erhielt zudem das Ehrenzeichen in Bronze. 20 Mitglieder wurden mit dem Wanderabzeichen in Gold, Silber oder Bronze geehrt.

Waldkirch, Helmut Rothermel, Mo, 12. Oktober 2020