Kulturelle Kostbarkeiten und stille Winkel

17. März 2019:  Schwarzwaldverein erkundet die Partnerstadt Sélestat

Sélestat war Ziel einer interessanten und aufschlussreichen Kulturexkursion des Schwarzwaldvereins Waldkirch-Kandel. Dabei standen nicht nur die Highlights der Partnerstadt auf dem Programm, sondern auch stille Winkel und weniger bekannte Ecken.  Dietmar Talkenberg führte sehr profund und kenntnisreich durch mittelalterliche Gassen und die farbige, bisweilen verworrene Geschichte der Stadt an der Ill.

Eine große Gruppe Interessierter folgte der Einladung zu einer weiteren Kulturexkursion und machte sich mit Fahrgemeinschaften auf den Weg ins Elsaß. Vom Place Vauban leitete Tourenführer Dietmar Talkenberg zunächst durch das Neutor (oder Uhrenturm) zur berühmten Humanistenbibliothek. Hier erlebten die Schwarzwälder eine spannende Führung. Dabei spielten nicht nur Beatus Rhenanus, der berühmte Sohn der Stadt und Erasmus von Rotterdam eine wichtige Rolle. Anhand von Modellen, Fundstücken von Ausgrabungen und historischen Dokumenten gab es auch Einblicke in die wechselvolle Geschichte von Sélestat. So konnte man erahnen, welche regionalpolitische, strategische und kulturelle Bedeutung die Waldkircher Partnerstadt im Lauf der Geschichte hatte. Auch wurde klar, wie die wechselnden Zugehörigkeiten zu Deutschland und Frankreich die Menschen dort prägten und immer noch präsent sind.

Zu einem gemeinsamen Mittagessen kamen auch der Präsident des Vogesenclubs Sélestat und weitere Mitglieder hinzu. Danach ging der Weg zunächst zum früheren Illhafen und dann durch die Gerbergasse zum Hexenturm. Hier informierte Dietmar Talkenberg zur mittelalterlichen Hexenverfolgung, die auch das Elsaß nicht verschonte. Vorbei am Straßburger Tor, einem Rest der Vauban-Stadtbefestigung war die Stadtkirche St. Georges nächstes Ziel. Deren Baugeschichte konnte an verschiedenen Elementen des Sakralbaus gut nachvollzogen werden. Im Kirchenraum bestachen vor allem die gotischen Glasfenster. Durch enge Altstadtgassen mit teilweise beeindruckenden Fachwerkbauten ging es weiter zur Kirche St. Fides. Auch hier konnte der Tourenführer über eine lange und wechselvolle Entwicklung berichten und dies an markanten Stellen des romanischen Bauwerks aufzeigen. Das Rathaus zeigte sich dann im Kontrast zur Romanik streng klassizistisch und das Gebäude des ehemaligen Volksbads mit Jugendstilelementen. Der Weg führte wieder Richtung Stadtkern und vorbei am Magazin St. Barbe Richtung Ill. Entlang den letzten Resten der Stadtbefestigung von Vauban wurde der Ausgangspunkt wieder erreicht.

Vorsitzender Edwin Dreher dankte Dietmar Talkenberg für die lebendige und kenntnisreiche Führung und lud zu weiteren Kulturexkursionen ein.

Autor: Edwin Dreher, Bilder: Wolfgang Zillgith

Schlettstadt
Humanistische Bibliothek
Sammeln zur Führung
Großes Interesse der Teilnehmer
Humanistische Bibliothek Schlettstadt
Ausstellungsraum
Viel Sehenswertes in der Stadt
Blick aus dem Fenster
Kirche St. Georges
Vor der Kirche St. Georges
Innenraum der Kirche St. Fides
Fachwerkpracht