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Der Kandel - Hausberg von Waldkirch

Unserem Namensgeber gilt unser besonderes Augenmerk

Stelen
Stelen am Jünglingssteg

Der 1243 m hohe Kandel ist nicht nur der „Hausberg“ Waldkirchs, er ist auch der Haus-berg des Waldkircher Schwarzwaldvereins. Ursprünglich hieß die Waldkircher Ortsgruppe „Sektion Kandel“, später „Kandel-Waldkirch“, bis sie 1937 in „Waldkirch-Kandel“ umbe-nannt wurde, um Verwechslungen mit der pfälzischen Ortschaft Kandel zu vermeiden. Das mächtige Bergmassiv des Kandels prägt das Bild der Landschaft im mittleren Schwarzwald, er ist eine auffällige Erscheinung zu jeder Jahreszeit, besonders aber im Winter, wenn sein weißer Gipfel in weitem Umkreis leuchtet. Sein Name soll ja keltischen Ursprungs sein und „Der Leuchtende“ bedeuten. Vier Gemeinden (Waldkirch, Simonswald, St. Peter und Glottertal) haben Anteil am Kan-del, über seinen Gipfel hinweg verläuft die Grenze zwischen den Landkreisen Emmen-dingen und Breisgau-Hochschwarzwald. Zum Rheintal hin wie auch zu den Tälern der Glotter und der Wilden Gutach hat er steile, felsige und teilweise alpin anmutende Flan-ken, nur in Richtung „Platte“ und St. Peter geht er in eine Hochebene über. Der Rundblick vom Kandel ist einzigartig! „Blicken wir von dort in die Runde, wissen wir plötzlich, warum Kenner die Aussicht vom Kandel so sehr preisen, reicht sie doch vom Rheintal und den Vogesen bis zum Kniebis; sie umfasst die hellen Klippen der Schwäbi-schen Alb ebenso wie die Alpenkette vom Scesaplana bis zum Montblanc.“ (Max Rieple) Relativ spät wurde der Kandel für den Autoverkehr erschlossen, 1934 wurde die Fahr-straße von Waldkirch aus über den Gaisfelsen bis zum Rasthaus fertig gestellt. Die Stra-ße vom Glottertal und von St. Peter aus durch den „Sägedobel“, die erst eine Überfahrt über den Kandel ermöglichte, wurde dagegen noch später, nämlich erst nach dem 2. Weltkrieg, gebaut. Die natürliche Waldgrenze wird auf dem Kandelgipfel nicht erreicht. Ohne Einfluss des Menschen wäre er von einem Buchen-Tannen-Ahorn-Wald mit vereinzelt vorkommenden Fichten (z.B. am Rand des heute verlandeten Hochmoors) bedeckt. Dank der schon seit vielen Jahrhunderten andauernden Viehweide sind heute auf den botanisch wertvollen Borstgrasrasen überaus seltene Pflanzen wie Arnika, Katzenpfötchen oder Silberdistel zu finden, in den feuchten Schluchten wachsen üppige Hochstaudenfluren aus u.a. Alp-endost und Alpenmilchlattich. In den Wäldern um den Kandel sind vom Aussterben be-drohte Vogelarten wie das Auerhuhn, Ringdrossel oder Zitronengirlitz zu Hause, und in den felsenreichen Regionen hat sich in den Nachkriegsjahren, vom Feldberg her zuwan-dernd, das Gamswild eingestellt. Sogar der Luchs wurde und wird hin und wieder am Kandel angetroffen. Die Erschließung des Kandelgebietes mit Wanderwegen ist in allererster Linie das Werk des Schwarzwaldvereins. Schon 1886 entstand der „Damenpfad“, und die Schutzhütte bei der Tafeltanne (Langeckhütte) wurde gebaut. 1889 kam der „Jägerpfad“ als Erschlie-ßung von Simonswald aus hinzu, 1934 der Kandelrundweg I und 1954 der Kandelrundweg II. Wie ein roter Faden zieht sich durch alle Reden, Ansprachen, Zeitungsberichte und ande-re Veröffentlichungen im Zusammenhang mit dem Schwarzwaldverein die Forderung, dass der Kandel in seiner nur maßvoll vom Menschen beeinflussten und überprägten, na-turnahen und deshalb einzigartigen Form erhalten bleiben muss. Er darf nicht zum Rummelplatz werden!! In neuester Zeit hat sich ein Verein „Zukunft Kandel e.V.“ gebildet, dem auch der Schwarzwaldverein angehört. Er will dazu beitragen, dass „Der Berg in seiner Vielfalt und Schönheit geschützt bleibt, aber Entwicklungen und Veränderungen der Zeit nicht spurlos am Kandel vorbeiziehen“. Dies sollte das gemeinsame Ziel aller Waldkircher sein!!

Die Kandelpyramide

Die Geschichte der Kandelpyramide

1825: Errichtung der Kandelpyramide als trigonometrischer Punkt zur Landvermessung
(BZ vom 17.11.2006)

Fundstellen zur Kandel-Pyramide in der Kandel-Chronik des Schwarzwaldvereins

1885: „In diesem Jahre wurde von der Stadtgemeinde Waldkirch der Weg oberhalb des obersten Bänkchens, nordöstlich von der Kandelpyramide nach dem Rasthause in einer Länge von ca. 540 Metern erstellt.

1887: „In diesem Jahre wurde von der Schwarzwaldvereins Sektion Waldkirch-Emmendingen die Pyramide ausgebessert, mit einer Stiege und einem Signal-Dache versehen und zur Einsetzung einer Orientierungstafel mit einem Cementboden u. Betonlager versehen.“

1888: „Am 29. Juli Einweihung der Orientierungs-Tafel auf der Pyramide. Diesen für den Kandel so denkwürdigen Akt halfen durch ihre Gegenwart verherrlichen:“

Es folgen über 30 Unterschriften von Personen aus Waldkirch, Emmendingen, Freiburg, Karlsruhe u.a.

1891: „Die im Jahre 1887 erstellte Überdachung der Orientierungstafel, welche zugleich als Sig-nalpunkt für die ganze Umgebung des Kandels diente, wurde von einem während der Wintermona-te stattgehabten Wirbelwinde zerstört“

„Am 2. October wurde die ganz in Eisenconstruction wieder erstellte Überdachung der Pyramide durch Mechaniker Hiller aus Freiburg vollendet und am 11. October bei Gelegenheit eines gemein-samen Kandelausfluges der Schwarzwaldvereins-Sektionen Freiburg, Emmendingen, Lahr und Kandel sowie des Kandelvereins eingeweiht.“

25 Unterschriften

1915: „In diesem Jahre wurde bei der Kandelpyramide eine militärische Wache von 7 Mann zur Beobachtung der feindlichen Flieger errichtet. Da bei der Wache auch eine teleph. Anlage errichtet wurde, wurde die Besteigung der Pyramide verboten“.

1922: „Die 1921 mit großer Begeisterung aufgenommene Sonnwendfeier wurde auch dieses Jahr von der Ortsgruppe Waldkirch des Skiclubs Schwarzwald in sehr schöner Weise
auf dem Kandel durchgeführt. Das übliche Johannisfeuer vereinigte wieder eine große Menge Zu-schauer an der Kandelpyramide, wo sie begeistert der Feuerrede des Herrn Bürgermeisters Eberle von Waldkirch lauschte.“

Die Veranstaltung „Sonnwendfeuer bei der Kandelpyramide“ hat sich bis heute gehalten. Die drei Waldkircher Vereine Skiclub Kandel, Schwarzwaldverein Waldkirch – Kandel und Die Naturfreunde Waldkirch errichten im jährlichen Wechsel den Holzstoß für das Feuer und führen die Sonnwend-feier durch.

Ab dem Jahr 1922 sind keine neuen Einträge mehr zum Thema Kandelpyramide in der Kandel-Chronik zu finden. Vermutlich deshalb, weil die bauliche Unterhaltung der Pyramide nicht mehr Aufgabe des Schwarzwaldvereins, sondern der Stadt Waldkirch war. Erst ein Zeitungsbericht aus dem Jahr 2006 (BADISCHE ZEITUNG) erwähnt eine größere Sanierung der Pyramide, der eine im Jahr 1966 vorangegangen sein muss.

Waldkirch, 18.06.2012

von: Ortgies Heider

Weitere Informationen:

Die Kandelpyramide
Die Kandelpyramide
 
 
Wegeschilder am Kandel
Wegeschild auf dem Kandel
 
 
 
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